Namenloser Abt & Librum Hexaviratum: Zwei Patricia Vanhelsing Romane

Alfred Bekker

Published by BEKKERpublishing, 2015.

Inhaltsverzeichnis

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Namenloser Abt & Librum Hexaviratum

Copyright

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Namenloser Abt & Librum Hexaviratum

Zwei Patricia Vanhelsing Romane

von Alfred Bekker

Der Umfang dieses Buchs entspricht 210 Taschenbuchseiten.

Dieses Buch enthält folgenden zwei Romane:

Namenloser Abt

Librum Hexaviratum

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2015 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Namenloser Abt

Mein Name ist Patricia Vanhelsing und – ja, ich bin tatsächlich mit dem berühmten Vampirjäger gleichen Namens verwandt. Weshalb unser Zweig der Familie seine Schreibweise von „van Helsing“ in „Vanhelsing“ änderte, kann ich Ihnen allerdings auch nicht genau sagen. Es existieren da innerhalb meiner Verwandtschaft die unterschiedlichsten Theorien. Um ehrlich zu sein, besonders einleuchtend erscheint mir keine davon. Aber muss es nicht auch Geheimnisse geben, die sich letztlich nicht erklären lassen? Eins können Sie mir jedenfalls glauben: Das Übernatürliche spielte bei uns schon immer eine besondere Rolle.

In meinem Fall war es Fluch und Gabe zugleich.

1

Das Krächzen eines Raben durchdrang die Stille der Nacht. Ein ganzer Schwarm von Vögeln erhob sich mit dunklen Schwingen. Kreischend stoben die Tiere davon, so als spürten sie die Aura jener unheimlichen Kräfte, die an diesem Ort wirkten...

Nebelschwaden krochen über die feuchten Wiesen. Knorrige, verwachsene Bäume standen wie die Schatten riesenhafter, aus der Erde ragender Hände da.

Zwischen einem Kreis aus sechs riesigen Steinen loderte ein Feuer.

Ein leiser Singsang mischte sich mit den Geräuschen des Windes.

Totenschädel und Knochen umrandeten die Feuerstelle an der eine Frau mit langen roten Haaren kniete. Sie trug ein aus Fellen zusammengenähtes Gewand, das ihr bis zu den Oberschenkeln reichte. Wie in Trance breitete sie mit geschlossenen Augen die Arme aus und murmelte eine dunkel klingende Silbenfolge vor sich hin.

Die Flammen loderten hoch empor.

Schatten tanzten an den glatten Flächen der gewaltigen, in einem Kreis angeordneten Findlinge.

Und während die junge Frau ihre Beschwörungsformeln immer lauter in die Nacht hineinrief, begannen etwa ein Dutzend ebenfalls in Felle gekleidete Männer und Frauen, um das Feuer herumzutanzen. Sie waren barfuß. An ihren Fußgelenken klingelten kleine Glocken, die die Form von Totenschädeln hatten.

Die Augen der Tänzer waren geschlossen.

Sie schüttelten ihre durchweg langen Haare. Die Männer trugen Bärte, von denen manche bis auf Brusthöhe reichten.

"Meredvoyi dragach!", rief die junge Frau am Feuer. Die Flammen schossen auf einmal hoch empor. Eine gewaltige Feuersäule bildete sich und fiel Augenblicke später wieder in sich zusammen. Die Tänzer schlossen die Augen. Ihre Gesichter bekamen einen geradezu verzückten Ausdruck. Ihre Bewegungen wirkten, als ob eine fremde Macht ihre Körper in Besitz genommen hatte. Wie Puppen zuckten sie. Marionetten, die an unsichtbaren Fäden hingen.

Worte in uralten, längst vergessenen Sprachen kamen ihnen wie Stoßgebete über die Lippen.

Die Feuersäule schoss erneut empor, diesmal noch höher als beim ersten Mal.

Die Frau an der Feuerstelle schrie auf und warf sich zu Boden. Ihre Stirn berührte die Erde.

Wie eine gewaltige Flammenzunge, die aus dem Inneren der Erde hervorgeschnellt war, zuckten die Flammen in die Höhe. Grell waren sie. Viel greller als gewöhnliches Feuer. Die Tänzer hielten inne, blickten jetzt mit starren Gesichtern auf die Feuerstelle und hielten beschwörend die Hände empor.

"Meredvoyi dragach", murmelten sie in einem sich ewig wiederholenden Singsang, dessen Lautstärke immer mehr anschwoll.

Etwas Dunkles hob sich wie ein Schatten aus der Helligkeit des Feuers ab.

Eine Gestalt..

Der Singsang der in Felle gewandeten Männer und Frauen schwoll inzwischen zu einem Chor heiserer Schreie an. Dann zog sich die Flammenzunge wieder ins Innere der Erde zurück. Das Feuer erlosch. Nur das Licht des fahlen Mondes, der wie ein verwaschener Fleck durch den Nebel hindurch schien, beleuchtete noch die Szenerie.

Eine dunkle Gestalt erhob sich mitten in der Feuerstelle. Sie trug eine dunkle, bis zum Boden reichende Kutte, deren Kapuze tief ins Gesicht gezogen war.

Das schwache Mondlicht schaffte es nicht, den Schatten unter der Kapuze zu durchdringen und das Gesicht zu beleuchten.

Der Singsang, der in Felle gekleideten Männer und Frauen war von einer Sekunde zur nächsten völlig verstummt. Die Frau auf dem Boden erhob sich und blickte zu dem düsteren Kuttenträger auf.

"Wer bist du?", flüsterte sie.

"Ich trage viele Namen", erklärte der Düstere mit tiefer, sehr leise sprechender Stimme.

"Bist du der Namenlose Abt?", flüsterte die junge Frau. Der Düstere senkte leicht den Kopf. Eine Geste, die wie ein Nicken wirkte. Er streckte den Arm nach der jungen Frau aus. Eine knochige Hand mit überlangen Fingernägeln kam unter dem weiten Ärmel der Kutte zum Vorschein.

Grelle Blitze zuckten aus diesen krallenartigen Nägeln heraus und trafen die junge Frau. Eine bläulich schimmernde Lichtaura umgab sie für einen Augenblick, dann erloschen die Blitze. Die junge Frau sank zu Boden und blieb reglos liegen. Mit Entsetzen starrten die in Felle Gekleideten auf den Kuttenträger.

Die knochige Krallenhand schloss sich zur Faust und öffnete sich dann wieder.

"Warum habt ihr mich gerufen?", fragte die sonore Stimme aus der Finsternis heraus, die im Schatten unter der Kapuze herrschte. "Ihr hättet mich ruhen lassen sollen... In Ewigkeit!"

Die in Fell Gekleideten wichen zurück.

Die Angst lähmte sie.

Einer der Männer begann zu laufen, aber er kam nicht weit. Der Kuttenträger hob beide Hände. Bläulich schimmernde Blitze zuckten daraus hervor, trafen einen der gewaltigen Findlinge, die diesen Ort umgaben und sprangen dann von einem dieser gewaltigen Steine zum nächsten. Innerhalb eines Augenblicks hatte sich ein Sechseck aus Licht gebildet.

Die Männer und Frauen erstarrten.

"Meredvoyi dragach!", rief einer von ihnen mit heiserer, angsterfüllter Stimme. Und andere fielen in diesen Singsang mit ein.

Ein leises Gelächter kam unterdessen aus der Finsternis unter der Kapuze des Kuttenträgers. "Dieser harmlose Druidenzauber wird mir nichts anhaben können! Euer Schicksal ist besiegelt..."

Jene Gestalt, die als der Namenlose Abt bezeichnet worden war, ließ nun erneut Blitze aus seinen Fingern herauszucken. Für die in Felle Gekleideten gab es kein Entkommen. Einer nach dem anderen wurden sie von den zuckenden Lichterscheinungen erfasst und sanken wie leblose Puppen zu Boden.

Der Namenlose Abt trat aus dem aus Knochen und Totenschädeln gebildeten Kreis heraus, in dem sich die Feuerstelle befunden hatte.

Er schlug die Kapuze zurück.

Das Licht des Mondes beleuchtete ein Gesicht das von schlohweißen Haaren umrahmt wurde. Der Vollbart verdeckte ein Amulett, das nur ganz kurz sichtbar wurde, als er den Kopf wandte.

Es handelte sich um ein silbernes Sechseck.

Ein Hexagon.

Der Namenlose Abt sah auf die am Boden Liegenden hinab. Seine Augen waren vollkommen blau und leuchteten auf geheimnisvolle Weise. Erst nach und nach ließ dieses blaue Leuchten nach und die Pupillen wurden sichtbar. Ein teuflisches Lächeln spielte um die dünnen, blutleeren Lippen.

"Ich bin wieder da...", murmelte der Namenlose Abt dann.

"Nach all den Jahrhunderten..."

2

"Die Wohnung ist wirklich sehr preisgünstig - für diese Lage!" Der Makler schnalzte mit der Zunge. Tom legte einen Arm um mich, während ich versuchte, ein Gähnen zu unterdrücken.

Es war ziemlich früh am Morgen. Die Stadt lag unter einer grauen Dunstglocke, die sich wie ein Leichentuch über die Straßen Londons gelegt hatte.

Ich blickte durch eines der Fenster hinaus auf die erwachende Stadt. Zehnter Stock, dachte ich. Die Redaktion der LONDON EXPRESS NEWS, bei dem ich als Reporterin angestellt war, lag ähnlich hoch. Aber wollte ich wirklich riskieren, dass mir schon morgens beim Aufstehen jedesmal schwindelig wurde?

"Begeistert siehst du ja nicht gerade aus", raunte Tom Hamilton mir zu.

Ich sah ihn an und musste unwillkürlich lächeln.

"Kann ich das so schlecht verbergen?" Er strich mir eine verirrte Haarsträhne aus dem Gesicht, die sich aus meiner Frisur herausgestohlen hatte. "Vielleicht kennen wir uns inzwischen einfach zu gut..." Ich zuckte die Achseln.

Tom wandte sich an den Makler.

Dieser hatte entweder sehr gute Ohren oder einen sechsten Sinn für Stimmungsänderungen. Er durchquerte das sehr geräumige Wohnzimmer, trat auf uns zu und vergrub die Hände in den Händen seiner weiten Schurwollhose. "Die Kaution ist etwas happig, Mister..."

"...Hamilton."

"Aber ich denke, dass man mit dem Eigentümer vielleicht noch darüber reden kann..."

Tom und ich sahen uns noch einmal kurz an. Wir waren uns einig. "Ich glaube, das ist nicht nötig", erklärte Tom dann.

"Die Wohnung ist vielleicht doch nicht das Richtige für uns..."

"Wie schade", bedauerte der Makler. "Eine derart zentrale Lage zu diesem niedrigen Preis... Das kriegen Sie so schnell nicht wieder angeboten. Glauben Sie's mir! Ich mach' den Job schon seit Jahren und kenne den Londoner Immobilienmarkt wie meine Westentasche." Er zuckte die Schultern. Seine Enttäuschung konnte er hinter einem geschäftsmäßigen Lächeln einigermaßen verbergen.

Wir verabschiedeten uns.

Toms Blick glitt zwischendurch zur Uhr an seinem Handgelenk. Wir mussten uns beeilen, pünktlich in die Redaktion der LONDON EXPRESS NEWS zu gelangen, wo wir beide als Reporter angestellt waren.

Es war ein kühler Morgen, und ich schlug mir den Mantelkragen hoch, als wir ins Freie traten. Die Sonne kämpfte sich durch den Dunst, und es bestand die vage Chance auf einen Tag mit heiterer Witterung.

"Der Makler hatte recht - die Wohnung liegt schön zentral", meinte Tom.

"Ja, das schon..."

"Aber du möchtest nicht in so einem Klotz aus Beton und Glas wohnen, oder?"

"Du vielleicht?"

Er zuckte die Achseln. "Hauptsache, du bist in meiner Nähe, Patti. Alles andere ist zweitrangig..." Wir küssten uns. Arm in Arm gingen wir bis zu einem nahegelegenen Parkplatz, wo ich meinen kirschroten Mercedes 190 abgestellt hatte. Erst vor kurzem war der kostbare Oldtimer - ein Geschenk von Tante Lizzy - abgeschleppt worden, weil er vor der Galerie Sounders & McInnerty im Parkverbot gestanden hatte. Aber inzwischen hatte ich das gute Stück längst wieder, auch wenn ich eine empfindlich hohe Gebühr hatte bezahlen müssen.

Wir stiegen ein.

"Hast du eigentlich mit deiner Großtante schon einmal über die Sache gesprochen?", fragte Tom, nachdem ich den Wagen gestartet und mich in den dichten Verkehr eingefädelt hatte.

"Kommt drauf an, was du mit die Sache meinst", erwiderte ich. "Allgemein habe ich mit ihr schon über die Möglichkeit gesprochen, dass wir zusammenziehen..."

Seit meinem zwölften Lebensjahr wohnte ich in der Villa meiner Großtante Elizabeth Vanhelsing, die mich wie ein eigenes Kind aufgezogen hatte. Eine lange Zeit. Es würde sicher nicht ganz leicht sein, diese Phase in meinem Leben zu beenden. Und auch für Tante Lizzy würde sich einiges ändern. Auch wenn mir die alte Dame stets versichert hatte, dass sie im Fall der Fälle gut allein zurechtkommen würde - so richtig glaubte ich ihr das nicht. Sie besaß einen großen Freundes-und Bekanntenkreis und das Okkultismus-Archiv dessen Aufbau und Erhalt sie sich mit aller Kraft gewidmet hatte, füllte ihr Leben völlig aus. Außerdem gab es da einen Bekannten, mit dem sie in letzter Zeit besonders viel zu verbinden schien. Es handelte sich um Professor Hugh St. John, der ihr verschiedentlich bei ihren privaten Studien zu helfen versucht hatte und immer mehr Zeit zusammen mit Tante Lizzy in der düster wirkenden Bibliothek der Vanhelsing-Villa zubrachte.

Vielleicht machst du dir völlig unnötig Sorgen um sie, ging es mir durch den Kopf. Könnte es sein, dass du mit deiner Sorge nur deine eigenen Ängste vor diesem Schritt verbirgst, Patti?

Ich scheuchte diesen Gedanken so schnell wie möglich zur Seite. Wahrscheinlich war er näher an der Wahrheit, als mir lieb war. Wovor fürchtest du dich?, fragte eine andere, viel ruhigere und gelassenere Stimme in mir. Was soll passieren?

Deiner Liebe zu Tom bist du dir sicher...

"Mrs. Vanhelsing weiß also nicht, dass wir an diesem Morgen nicht zu einem besonders frühen Pressetermin fahren, sondern uns eine Wohnung angesehen haben", stellte Tom fest.

"Nein", musste ich zugeben.

"Du kannst sie nicht im Unklaren über deine Pläne lassen!"

"Ich weiß. Aber es ergab sich einfach keine Gelegenheit. Sie ist im Moment so vertieft in ihre Studien. Du weißt, dass sie im Moment wie eine Besessene daran arbeitet, die Schriften dieses mittelalterlichen Geistersehers und Alchimisten zu entschlüsseln, der sich der Namenlose Abt nannte..."

"Ja, ich weiß", nickte Tom. "Trotzdem, du solltest das nicht auf die lange Bank schieben..."

"Noch haben wir keine Wohnung gefunden, Tom..."

Er lächelte verhalten. "Weil meine geliebte Patti vielleicht auch etwas wählerisch ist!"

"Das ist nicht dein Ernst!", erwidert ich in gespieltem Zorn. Wir mussten beide lachen.

"Nun, wer in einer Villa aufgewachsen ist, wie du...", begann er mich von neuem zu necken.

"Was soll das heißen? Jetzt wirst du mir sicher unter die Nase reiben, dass du in deiner Zeit in Südostasien mit einer bescheidenen Hängematte zufrieden warst!"

"Woher weißt du das?"

Ich zwinkerte ihm zu.

"Du weißt doch, dass ich übersinnlich begabt bin!"

3

Eine halbe Stunde später erreichten wir das Großraumbüro der LONDON EXPRESS NEWS. Wir waren ziemlich früh dran. Die meisten unserer Kollegen waren noch nicht eingetroffen. Nur unser Chefredakteur Michael T. Swann saß zweifellos bereits in seinem abgeteilten Extra-Büro und brütete über Manuskripten, Pressemeldungen und den Auflagenzahlen unseres Blattes.

Meinen Schreibtisch ließ ich erst einmal links liegen. Statt dessen gingen wir zu Toms Schreibtisch und ließen uns am Computerterminal die neu eingegangenen Wohnungsannoncen anzeigen. Wenn sie erst in den NEWS gedruckt worden waren, konnte man die Angebote schon fast vergessen. Die wirklichen Leckerbissen waren dann längst weg. Schließlich waren wir nicht die einzigen, die in London eine bezahlbare Wohnung suchten.

Ich setzte den Kaffee auf.

Normalerweise war das längst geschehen, wenn ich in der Redaktion ankam. Die Sekretärin des Chefs kümmerte sich darum und sie hatte die strikte Anweisung, wenig Kaffeepulver in den Filter zu geben. Dementsprechend dünn war das Gebräu, das daraus entstand. Nicht gerade der Stoff, der einen abends spät wieder wach machte, wenn es auf Grund irgendwelcher aktueller Entwicklungen mal länger dauerte und kurz vor Redaktionsschluss noch einmal die gesamte Ausgabe umgestellt werden musste.

Ich stellte Tom einen heißen Pappbecher hin und nippte an meinem eigenen.

Von irgendwoher hörte ich, wie jemand ziemlich aggressiv auf einer Computertastatur herumhackte. Das war unser Kollege Kelly J. Maddox, der sich hauptsächlich mit dem lokalen Sport in Greater London beschäftigte. Er behandelte seine Tastatur, wie er es früher von seiner Schreibmaschine her gewohnt war und das war auch der Grund dafür, dass man ihn sofort heraushörte, wenn nicht zuviel Krach im Büro war.

"Scheint diesmal nicht so richtig was dabei zu sein", meinte Tom resignierend und trank nun ebenfalls von seinem Kaffee.

In diesem Augenblick sah ich Jim Field das Büro betreten. Der etwas unkonventionell aussehende Starfotograf der LONDON EXPRESS NEWS war erst vor kurzem mit Hilfe der übersinnlichen Kräfte eines exzentrischen Künstlers aus dem Schattenreich des Todes zurückgekehrt. Seitdem war er nicht mehr derselbe. Die unbeschwerte, jungenhafte Heiterkeit war zwar vordergründig immer noch kennzeichnend für ihn. Aber da war ein ernster, reiferer Zug hinzugetreten, den ich zuvor nie an ihm bemerkt hatte.

Jim war Ende zwanzig und seine blonden Haare wirkten immer ein bisschen zu lang und ungekämmt. Die Bartstoppeln zeugten davon, dass er sich allerhöchstens zweimal die Woche rasierte. Um den Hals hingen ständig eine oder manchmal auch mehrere Kameras, die das Revers seines ziemlich abgetragenen Jacketts innerhalb kürzester Zeit vollkommen ruiniert hatten.

Seit seiner Rückkehr bewohnte Jim ein Gästezimmer in Tante Lizzys Villa.

Obwohl wir also gewissermaßen unter einem Dach lebten, begegnete ich ihm öfter in der Redaktion, als im Anwesen meiner Großtante. Das hatte einfach damit zu tun, dass Jim ein vielbeschäftigter Mann war. Die Fotografie war sein Leben. Kaum hatte er seine Tätigkeit bei den LONDON EXPRESS NEWS wieder aufgenommen, war ihm das allein nicht genug gewesen. Er machte nebenbei auch Bilder für Kalender und Modemagazine. Eine Weile hatte Jim einst mit einem Wechsel zur VOGUE geliebäugelt, weil es immer wieder Differenzen zwischen dem unkonventionellen Heißsporn und unserem Chefredakteur gegeben hatte. Aber das Thema war im Moment vom Tisch.

"Hi, Patti!", meinte er lässig, als er sich uns näherte. Er hatte sich zuvor ebenfalls einen Becher Kaffee genommen und schlenkerte damit so ungeschickt durch die Gegend, dass man jede Sekunde damit rechnen musste, beplempert zu werden. Er nickte auch Tom zu, der sich kurz umdrehte. Jim sah auf den Bildschirm. "Was sehe ich denn da, ihr sucht für mich 'ne Wohnung?" Er grinste. "Um solche Kollegen wird mich sicher jeder beneiden!"

"Ein Glück, dass du jetzt nicht bei der VOGUE bist!", versetzte ich.

"Naja, die sind auch ganz nett und..."

"Überleg dir zweimal, was du sagst!" Jim verdrehte die blauen Augen. "Ich weiß, ihr werdet sonst sofort damit aufhören, mir eine Wohnung zu suchen." Er kniff die Augen zusammen und starrte auf den Schirm. Nach kurzer Pause fügte er dann hinzu: "Das, was ihr im Computer habt, ist allerdings wohl sowieso nicht das Passende. Ein bisschen groß für mich..." Er grinste. "Passt eher für ein Paar!"

Ich muss wohl ein ziemlich überraschtes Gesicht gemacht haben, denn Jim hob die Hände.

"Ich verrate es keinem!", erklärte er. "Aber sollten irgendwann mal die Hochzeitsglocken läuten, dann will ich ein Stück der Torte!"

Ich lächelte nachsichtig.

"Wenn das deine ganze Sorge ist!"

Er seufzte und ein ernster Zug wurde jetzt in seinem Gesicht sichtbar. Sein Blick wirkte abwesend. Er wirkte in sich gekehrt. "Ja, das wäre schön", murmelte er. Er hatte nie mit uns über das gesprochen, was er in jenem Schattenreich erlebt hatte, dem er knapp entkommen war. Und jeder - natürlich sehr vorsichtigen - Frage in diese Richtung war er ausgewichen. Vielleicht war die Zeit einfach noch nicht reif dafür. Tom und ich akzeptierten das. Ich wusste aus eigener Erfahrung, dass es Dinge gab, über die man um keinen Preis der Welt sprechen wollte. In meinem Fall galt das beispielsweise für meine übersinnliche Begabung von der außer Tom und meiner Großtante so gut wie niemand wusste. Ein Ruck ging durch Jim Fields Körper.

Er deutete auf den Bildschirm.

"Keine Sorge, Patti, ich werde deiner Großtante nicht mehr lange auf die Nerven gehen und mir was suchen. Obwohl..."

"Ja?"

"So ungemütlich ist es in dieser Gespenstervilla eigentlich gar nicht. Jedenfalls nicht, wenn man sich an die Allgegenwart von staubigen Büchern, Kristallkugeln und exotischen Fetischen gewöhnt hat!"

"Ha, ha!"

Er tickte mit dem Finger gegen seine Kamera. "Ich muss ins Labor, aber vorher habe ich noch was mit dem neuen Layouter zu bereden. Ich hoffe, der ist schon da!"

"Keine Ahnung!"

"Wir sehen uns sicher noch..."

Damit rauschte er davon. Tom blickte ihm nachdenklich nach.

"Er wird eine Weile brauchen, bis er darüber hinweg ist", meinte er.

"Vielleicht wird er das nie ganz schaffen", erwiderte ich. Aber ich war froh, dass er wieder unter uns weilte. Wir hatten unseren Kaffee noch nicht leergetrunken, da trat Michael T. Swann persönlich aus seinem Büro heraus. Mit schnellen, dynamisch wirkenden Schritten kam er auf uns zu. Wie immer hatte er die Ärmel seines Hemdes hochgekrempelt. Die Krawatte hing ihm wie ein lockerer Strick um den Hals.

"Gut, dass Sie beide schon da sind!", meinte er. Er reichte mir die Pressemeldung einer Agentur. "Hier, das ist doch was für Sie! In der Nähe von Salisbury ist eine Gruppe von Möchtegern-Druiden bei der Durchführung eines ihrer Rituale unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen... Machen Sie einen schönen Artikel daraus! Vor allem: Kürzen Sie's um die Hälfte."

"Salisbury?", mischte sich Tom ein. "In der Nähe von Stonehenge..."

Swann nickte.

"Ja, aber es gibt in der Gegend noch einige andere Orte, von denen man vermutet, dass sie als prähistorische Kultstätten dienten... Der Ort ist in der Meldung genau angegeben. Er heißt SixStones, weil es dort sechs Findlinge gibt, die in Form eines Hexagons angeordnet sind. Eigentlich müsste es darüber ein Bild im Archiv geben..."

"Bestimmt", murmelte ich.

Das Hexagon, durchzuckte es mich. Das Symbol des geheimnisvollen Rates der Sechs, der angeblich aus dem Hintergrund heraus über lange Zeit hinweg die Geschicke der Welt gelenkt hatte. Oder es vielleicht sogar noch immer tat... Ich hatte das LIBRUM HEXAVIRATUM, jenes geheimnisvolle magische Buch dieses Rates, schon in den Händen gehalten. Die geheimnisvolle Schrift, in der es verfasst war, wirkte direkt auf das Bewusstsein... Ich hatte es am eigenen Leib erfahren. Als ich zuletzt ein Exemplar dieses Buches in Händen gehalten hatte, hatte es plötzlich Feuer gefangen. Nichts als Asche war geblieben.

"Ich kümmere mich darum", meinte ich. Ich blickte Swann an.

"Lassen Sie uns nach Salisbury fahren, um uns die Sache aus der Nähe anzusehen..."

"Warten wir erst mal ab, was daraus noch wird, Patricia!", erwiderte er.

"Waren Sie das nicht, der gesagt hat, dass ein guter Reporter sich durch seinen Riecher auszeichnet? Eine Art sechsten Sinn, der ihn frühzeitig erkennen lässt, wo eine große Story zu holen ist?"

Swann atmete tief durch. Ein mattes Lächeln umspielte seine Lippen. Er sah müde aus und hatte Ringe unter den Augen. Sechzehnstundentage waren für ihn ganz normal, aber in den letzten Tagen hatte er offenbar besonders wenig Schlaf bekommen.

"Sie haben recht, Patricia", gestand er schließlich zu. Er hob den Daumen. "Ich vertraue Ihrem Instinkt. Im Moment ist nicht viel los im Vereinigten Königreich und da könnte eine sensationelle Hintergrundstory uns vielleicht ein paar Punkte in den Auflagen-Ratings bringen!"

4

Salisbury lag ungefähr hundertfünfzig Kilometer südwestlich von London. Zwei Stunden Fahrt, wenn man erst mal aus Greater London heraus war und nicht in einen Stau geriet. Die prähistorische Kultstätte von Stonehenge hatte den Ort berühmt gemacht und sorgte dafür, dass immer wieder Scharen von Okkultisten in die Gegend strömten. Esoteriker, die alte Druidenrituale durchführten oder sich zwischen den geheimnisvollen Steinkreisen an schwarzmagischen Experimenten versuchten. Besonders galt das natürlich für Tage, denen eine besondere Bedeutung zugemessen wurde. Etwa den 9.9.1999 oder den 2.2.2000. Hin und wieder war es in der Vergangenheit sogar vorgekommen, dass die Kultstätte von Polizisten hatte geräumt werden müssen.

Der Ort, an dem das mysteriöse Verbrechen geschehen war, dem Tom und ich auf den Grund zu gehen beabsichtigten, war weitaus weniger bekannt. SixStones war gewissermaßen ein esoterischer Insider-Tip.

Tom und ich fuhren mit meinem kirschroten 190er. Ich telefonierte während der Fahrt mit Tante Lizzy. Ich berichtete ihr über das Ziel unserer Fahrt.

"Salisbury?", echote Tante Lizzy nachdenklich.

"Ja. Ich weiß, woran du denkst."

"An das Kloster, in dem nach den Schriften des Namenlosen Abtes noch vor gut 800 Jahren sechs Exemplare des LIBRUM HEXAVIRATUM in jahrzehntelanger Arbeit hergestellt wurden... Leider existiert dieses Kloster bis auf ruinenhafte Überreste heute nicht mehr, sonst hätte ich ihm längst einen Besuch abgestattet, um in seiner Bibliothek zu stöbern. Übrigens lag das Kloster Salisbury wahrscheinlich ganz in der Nähe von SixStones..."

"Dir ist diese Kultstätte ein Begriff?"

"Aber natürlich, Patti! Unter Okkultisten gilt er als eine Art Knotenpunkt kosmischer Kraftlinien... Wenn dir das weiterhilft, kann ich ja mal im Archiv nachsehen, was in der Gegend an ungeklärten Geschehnissen Schlagzeilen gemacht hat..."

"Aber nur, wenn ich dich damit nicht zu sehr von deinen eigentlichen Studien abhalte."

"Du weißt, dass ich dir gern helfe, Patti! Pass gut auf dich auf. Es klingelt an der Tür! Das ist bestimmt Professor St.John... Also, bis später, Kind!"

Kind, so nannte sie mich immer noch.

Und wahrscheinlich würde das auch immer so bleiben. Schon oft hatte Tante Lizzy mir bei Recherchen weitergeholfen. Ihr Okkultismus-Archiv war einfach eine schier unerschöpfliche Fundgrube. Was den Bereich der Parawissenschaften anging, waren Tante Lizzys Quellen jedem Pressearchiv weit überlegen.

Tom und ich wechselten uns am Steuer in regelmäßigen Abständen ab.

Gegen Mittag erreichten wir Salisbury, eine typische mittelenglische Kleinstadt. Verwinkelte Häuser mit vielen Erkern säumten die Straßen. Eine Kirche im normannischen Stil ragte über sie hinaus und man hatte das Gefühl, sich an einem Ort zu befinden, der sich in den letzten hundert oder zweihundert Jahren nicht allzu sehr verändert hatte. Der Weg zu den Steinkreisen von Stonehenge war gut ausgeschildert. Schon weit vor der Stadt versuchte man, die Touristenströme aus der City - wenn das das richtige Wort für dieses kleine Städtchen war - herauszuhalten. Aber Stonehenge war nicht unser Ziel. Und SixStones war eine zu verwunschene und touristisch unerschlossene Stätte, als das man irgendwo auch nur einen einzigen Hinweis auf sie hätte finden können. Unser erster Weg führte zur örtlichen Kriminalpolizei, die in einem unscheinbaren Bürohaus in einer Seitenstraße untergebracht war. Erst ließ man uns eine ganze Weile warten. Ein ziemlich nervöser Constabler wollte uns am liebsten abwimmeln, fand aber wohl keine Handhabe gegen unsere Recherchen. Schließlich empfing uns der Inspector. Er hieß Drake, hatte feuerrotes Haar und ein mit Sommersprossen übersätes Gesicht. Seine dunkelbraunen Augen musterten uns abschätzig.

"Patricia Vanhelsing und Tom Hamilton von den LONDON EXPRESS NEWS", stellte ich uns vor. Meinen Presseausweis würdigte Inspector Drake keines Blickes.

"Wie Sie sich denken können, möchten wir aus fahndungstaktischen Gründen so wenig wie möglich Informationen über diesen Fall herausgeben", erklärte Drake.

"Fahndungstaktische Gründe?", hakte ich nach. "Das bedeutet, Sie gehen davon aus, dass diese Gruppe von Okkultisten ermordet wurde!"

"Nicht unbedingt", erwiderte Drake und lehnte sich etwas zurück. "Wir wissen bislang noch nicht, was diese Leute dort eigentlich gemacht haben. Sehen Sie, jedes Jahr kommen Menschen in diese Gegend, die sich ein Fell überziehen und so tun, als wären sie Druiden aus der Bronzezeit... Die meisten sind harmlose Spinner."

"Und diese waren es nicht?"

Drake hob die Augenbrauen.

"Das wissen wir noch nicht..."

"Was ist denn die Todesursache?"

"Sie haben doch sicher die Agenturmeldungen gelesen!"

"Ja, aber da stand nur, dass keinerlei äußere Verletzungen erkennbar seien!"

"Das ist noch immer der offizielle Kenntnisstand."

"Und der inoffizielle?"

Er atmete tief durch. Sein Blick bekam jetzt etwas Eisiges. Ich bin ihm zu weit gegangen!, dachte ich. Bei diesem Kerl laufe ich gegen eine Wand. Es hat kaum Sinn, die Unterhaltung mit ihm fortzusetzen...

"Wir warten noch immer auf den Bericht der Gerichtsmedizin, das ist alles, was ich Ihnen dazu sagen kann."

"Bedauerlich!"

"So ist es nun mal."

Jetzt mischte sich Tom ein. "Vielleicht könnten Sie uns den Weg nach SixStones beschreiben", meinte er. "Wir würden uns dort gerne mal umsehen..."

"Tut mir leid. Ich bin kein Touristik-Büro!" Inspector Drake hob die Schultern. Er wich meinem Blick aus und schien sich in seiner Haut nicht so recht wohl zu fühlen. Dann setzte er in gedämpftem Tonfall hinzu "Hören Sie, ich kann Sie nicht daran hindern, dort herumzuschnüffeln. Aber ich werde Sie auf keinen Fall dabei unterstützen. Diese Geschichte wird dem Image unserer Stadt noch genug Schaden zufügen! Da braucht nicht auch noch jemand wie Sie kommen, der uns die Arbeit schwerer macht und die ganze Story unnötig aufbauscht!"

Ich nickte und erhob mich von dem Platz, den der Inspector mir angeboten hatte. "Ich denke, wir haben verstanden, was Sie uns sagen wollten, Sir!"

Inspector Drake verzog den Mund zu einem verkniffenen Lächeln.

"Das möchte ich hoffen!"

"Guten Tag!"

Wir verließen die Polizeistation. Ich war ziemlich geladen, als wir wieder im Freien waren. "Was bildet dieser Kerl sich eigentlich ein?", machte ich meinem Ärger Luft. Tom legte mir beruhigend den Arm um die Schulter, nachdem er einen schönen Schnappschuss von der Außenfassade des Polizeigebäudes gemacht hatte. "Inspector Drake ist doch nicht der erste seiner Art, mit dem du zu tun hast!"

"Diese Arroganz!"

"Wenn du ihn mit Inspector Gregory Barnes vergleichst, dann wirkt Drake doch richtig nett!", erinnerte mich Tom an einen Scotland Yard-Beamten, der uns in der Vergangenheit stets Knüppel zwischen die Beine geworfen hatte, bis wir schließlich herausfanden, dass er ein Mitglied der verbrecherischen Weltuntergangssekte ORDEN DER MASKE war. Ich atmete tief durch, wandte den Blick zu Tom und konnte nicht anders, als sein sympathisches Lächeln zu erwidern. "Du hast recht", gestand ich zu. "Wahrscheinlich lohnt sich die Aufregung nicht!"

Wir besorgten uns in einer Buchhandlung eine detaillierte Landkarte der Gegend, auf der auch SixStones eingezeichnet war. Der Buchhändler war kleiner, hagerer Mann mit eingefallenem, aschgrauen Gesicht und unruhigen, wässrig blauen Augen.

"Sie wollen nach SixStones?", fragte er. "Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist, Madam!"

Ich sah ihn etwas erstaunt an, während Tom die Karte wieder zusammenfaltete.

"Wieso sollte das keine gute Idee sein?", erkundigte ich mich.

Er blickte sich um. Es waren kaum Kunden im Geschäft. Ein Mann in den mittleren Jahren blätterte in einem Bildband mit dem Titel JAGDREVIERE IN MITTELENGLAND und schien sich für unser Gespräch nicht sonderlich zu interessieren.

"SixStones ist ein verfluchter Ort", wisperte der Mann. "Ein Ort des Unglücks und der Magie... Niemand, der bei Verstand ist, geht freiwillig dort hin..."

"Einige Männer und Frauen sind dort unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen", mischte sich Tom ein.

"Narren waren sie! Narren, die die Mächte mit ihren albernen Ritualen verhöhnt haben, die dort seit vielen Jahrtausenden wirksam sind..."

"Was für Mächte?", hakte Tom nach.

Die Augen des Buchhändlers weiteten sich. Er hob die Hand, so als wollte er eine unsichtbare Gefahr abwehren. Dann umfasste er das kleine silberne Kreuz, dass ihm an einem Kettchen um den Hals hing. Er schüttelte stumm den Kopf. Sein Mund öffnete sich halb, aber zunächst kam nicht ein einziger Laut über seine aufgesprungenen Lippen. "Ich kann nicht darüber reden", stieß er dann hervor. "Ich kann nicht..."

"Warum?", fragte ich.

"Es bringt Unglück. Ich kann Sie nur warnen!" Seine Stimme vibrierte.

Er musste furchtbare Angst haben.

Irgend etwas ist hier, Patti!, Eine Macht, eine Kraft... vielleicht ein Wesen!